Mittwoch, 9. November 2011

Wetterstein - Hannemann

Gestern haben mein Kommilitone Martin und ich beschlossen, ins Wettersteingebirge zu fahren und die Route Hannemann (6-) an der Scharnitzspitze zu klettern, unsere erste gemeinsame Mehrseillängetour. Ausgegangen sind wir von einer mäßig alpinen Tour. Als wir allerdings das klettern anfiengen, wurde schnell klar, dass die Route vor nicht allzu langer Zeit saniert wurde und super mit Klebehaken abgesichert war.
Wir sind bei Sonnenaufgang losgelaufen, wobei wir relativ schnell an der Wettersteinhütte ankommen (Martin ist nämlich ein Ausdauertier und irgendwie war es mir möglich, an seinen Fersen zu bleiben) und von dort aus ist es auch nicht mehr weit bis zum Einstieg.
Die erste Seillänge wird von Martin vorgestiegen. Nach einigen kleineren Schwierigkeiten am Anfang (wir sind unaufgewärmt und der Riss am Einstieg ist Kirchenmamor) kommen wir gut voran und sind bald auf dem Gipfel der Scharnitzspitze und haben einen wunderbaren Blick ins Oberreintal. Allerdings können wir diesen Ausblick nicht allzu lang genießen, da uns der starke nd nicht gerade warme Wind unter die Klamotten fährt, schließlich ist es schon November.
Den planmäßigen Abstieg über einen Grat zur östl. Wangscharte (von wo aus man dann 3 Längen abseilt) wollen wir allerdings nicht machen, da schon einiges an hartem Schnee auf dem Grat liegt und wir keine Steigeisen dabei haben. Deshalb seilen wir über die glücklicherweise mit Klebehaken sanierte Hannemann ab, wobei ich von Martin einige nette Tricks fürs Abseilen lerne.
Unten angekommen gibt es dann noch die an sich obligatorische, aber verschobene Gipfeljausn und wir machen uns an den Abstieg.
Obwohl wir nicht sonderlich langsam waren, kommen wir erst bei Sonnenntergang wieder am Auto an, denn noch einmal: schließlich ist es schon November und die Tage werden kürzer.
Das war wohl der Abschluss der Klettersaison dieses Jahr.
An der Wettersteinhütte

In der Route
Blick vom Gipfel der Scharnitzspitze Richtung Inntal (im Hintergrund), rechts im Bild die Hohe Munde

Letzte Abseillänge


Mittwoch, 2. November 2011

Weißseespitze Nordwand

Heute giengs schon sehr früh los (wir wollten uns die Maut im Kaunertal sparen), also hüpfen wir vier (Denni, Uli, Martin und ich) in Martins mit Ski und Eisausrüstung vollgepacktes Auto und los gehts Richtung Kaunertal, um auf die Weißseespitze zu gehen.
Hinten im Kaunertal angekommen gehts auch schon gleich los: jeder zweite ein Seil in den Rucksack, Gurt alegen und losstapfen. Außer Martin haben wir alle beschlossen, unsere Ski im Auto zu lassen, da wir (außer Martin!) alle nicht unbedingt die erstklassigen Skifahrer sind.
Bis auf eine kurze Blankeisstelle im oberen Teil der Wand ist alles verfirnt und so kommen wir gut voran. Da die Steilheit des Blankeises sich auch in Grenzen hält (so um die 50°), haben wir keine Probleme und müssen auch nicht zum anseilen haltmachen.
Auf dem Gipfel genießen wir die herrlich Berglandschaft bei einer ausgedehnten Jausn, bevor wir uns an den Abstieg über den Westgrat machen und über die Piste des Skigebiets bis zum Parkplatz laufen. Auf der Piste beneiden wir Martin logischerweise um die Ski, aber das soll uns nicht abhalten, selbst auch runterzurutschen, nur halt auf dem Hosenboden.


Uli im unteren Teil der Wand

 
Martin hat sich Bretter unter die Füße geschnallt und kommt deswegen schneller voran als wir anderen


Irgendwann wirds dann doch Zeit zum Steigeisen anlegen (im Bild: der Ösi)

Martin, Ich, Uli, Denni auf dem Gipfel, links im Hintergrund der Weißkugel

Abstieg über den Westgrat

Ab diesem Hang nach dem Grat fingen wir an, Martin um seine Ski zu beneiden, aber auch wir haben uns den Abstieg erleichtert (im Bild: Uli)